girogo und der kartenfressende Geldautomat

Ich habe vor einigen Tagen eine neue Bankkarte von meiner Sparkasse (die Braunschweigische Sparkasse ist Teil des Pilotprojekts) erhalten. Das Besondere: Die Karte unterstützt »girogo«, das heißt die Plastikkarte enthält einen RFID-Chip zum kontaktlosen Bezahlen auf Prepaid-Basis. Wirklich gefreut habe ich mich über diesen Austausch nicht.

Auf die ganzen Datenschutz-Aspekte will ich gar hier eingehen, die Ortsgruppe Hannover vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat dazu eine gute Informationsseite, bei Spiegel Online gibt außerdem einen Bericht zu den Datenschutzproblemen. Mich bewegen vor allem aber zwei andere Gründe dieses System abzulehnen.

Meine brandneue girogo-Karte wurde direkt mal bei der ersten Benutzung vom Geldautomaten einbehalten. Was soll das für einen Eindruck auf mich machen? Wenn die Karten selbst von (fremden) Sparkassen-Automaten nicht erkannt werden, was ist mit Automaten anderer Banken in Deutschland oder auf Welt? Ich kann ja nicht mit dem Risiko leben, dass, wenn ich Bargeld abhebe, meine Karte gefressen wird.

Wenn wir schon bei dem Punkt Welt sind: girogo funktioniert natürlich nur in Deutschland. Nicht das wir seit einigen Jahrzehnten in einem Europa ohne Grenzen leben und das wir bald alle auf EU-Überweisungen, Kontonummern und Lastschriften umgestellt werden. Was nützt mir ein System, dass bei der Tankstelle hinter der Grenze nicht funktioniert?

Wie der Bericht von Spiegel Online schon schrieb: Dem Sparkassenverband geht es vor allem darum Erster zu sein, auf Kosten von Datenschutz und Komptabilität. Man kann nur hoffen, dass die Akzeptanz und Resonanz schlecht sein wird und das sich alle Banken an einem europäischen System beteiligen, welches datenschutzfreundlich ist und eine anonyme Benutzung erlaubt.

P.S.: Und was ist denn „Hygienisch: Sie behalten Ihre Karte in der Hand“ für bescheuertes Esoterik-Argument?!

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