Kundendienst

Mein Bedürfnis mit dem Kundendienst eines Unternehmen zu kommunizieren geht gegen Null. Weder ich noch das Gegenüber haben Spaß daran. Aber manchmal muss ich dann doch leider. 4 Kurzgeschichten aus den letzten 2 Wochen.

Mein Konto bei der Braunschweigischen Sparkasse habe ich seit dem ich 15 bin. Ich kann sogar die IBAN auswendig. Vergangene Woche wollte ich Geld nach Österreich überweisen. SEPA sei Dank alles kein Problem. Nur wollte mich das Online-Bank nicht machen lassen. »Sie haben keine Freischaltung für SEPA-Überweisungen in dieses Land«. Super.

Anruf bei der Hotline. »Freischaltung kein Problem, Herr Morhardt. Formular kommt per Post, dauert 2 Wochen. Wenn es dringend ist müssen Sie an ein SB-Terminal. Ob das in Berlin geht weiß ich aber nicht.« Ich frage mich warum ich ein »GiroInternet«-Konto habe, wenn ich nicht alles online machen kann. Zwei Tage später wird mir postalisch mitgeteilt, dass mein Tarif eingestellt wird und ich zukünftig für jede Transaktion 5 Cent bezahlen muss. Spitze.

Ergebnis: 2 Euro Gebühr für die SB-Terminal-Nutzung, weil »Online-Konto«; Gekündigtes Girokonto.


Heutiger Donnerstag. Anruf einer leicht aufgeregten Frau B. von der Santander Bank. Meine Kreditkartenbank. Mein Nutzungsdauer sei abgelaufen und ein Beratungsgespräch ist vorgeschrieben. Sei so von den Verbraucherzentralen so gefordert. Alles nicht weiter schlimm versichert sie mir. Ich sagte verwirrt zu, nächste Woche Montag um 9:30 vorbei zukommen. Klasse.

20 Minuten später wieder Frau B. von der Santander Bank am Telefon. Sie hätte meinen Schufa-Eintrag sich genauer angeschaut. Sie könne doch nun kein Beratungsgespräch mit mir machen. »Vielleicht in einem halben Jahr, Herr Morhardt. Schönen Tag noch!«. Und aufgelegt. Hammer.

Ergebnis: Zum Glück keins.


Ostermontag, ich möchte meine Mutter zum Berliner Ostbahnhof bringen. Sie war zu Besuch. Ich hatte noch einen Überzahlungsgutschein. Ein Euro, zehn Cent. Auf einer Regionalbahnfahrt bekommen, da Automat kaputt und Schaffner bargeldlos. Ins Reisezentrum, Nummer gezogen, nach 10 Minuten dran. Ich übergebe das Zettelchen. Muss ein Formular ausfüllen. »Sie haben die IBAN vergessen!«. Das Geld wird überwiesen. Prima.

Die Dame am Schalter bespricht sich mit ihrer Kollegin. 5 Minuten später stehen drei Bundespolizisten vor mir. Vorwurf der Schalterfrau: Betrug. Es wurden vor 2 Jahren Papierrollen geklaut. Und die Nummer ist nicht im System. Und überhaupt: Auf dem Überzahlungsgutschein fehlt der silberne Streifen. Nach dem im Hinterraum der Fall besprochen wurde und ich der netten Bundespolizisten erklärte was ein Überzahlungsgutschein überhaupt sei, darf ich auf die Wache mit. Abgeführt im vollen Reisezentrum. Toll.

Nach dem auf der Dienststelle insgesamt 5 Beamte den Überzahlungsgutschein einer gründlichen Begutachtung unterworfen haben darf ich gehen. Keine Anzeige, Vorwurf haltlos. Ich schreibe Twitter voll, schreibe und telefoniere mit dem »zentralen Kundendialog«.

Ergebnis: Eine schriftliche Entschuldigung; 2 Genuss-Gutscheine im Wert von je 5 Euro.


Ich habe mich von der Werbung überrumpeln lassen und habe eine Abonnement für das Bezahlfernsehen »sky« abgeschlossen. Die ultrahässliche Set-Up-Box angeschlossen und musste doch erstmal ins Schwarze gucken. Nach 2 Minuten war die Anweisung erschienen doch bitte beim Kundendienst anzurufen. Für nur 20 Cent aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk abweichend. Gesagt getan. »Wollen Sie wirklich das Abo aktivieren?« Doch schon. Fünf Minuten später war das Bild da. Yeah.

Jetzt noch schnell bei TeleColumbus anrufen und mein HD-Paket von meiner alten Smartcard auf die neue sky-Karte umbuchen lassen. »Kein Problem. Wird die Technikabteilung morgen erledigen!«. Das war Samstag. Sonntag auf beiden Karten schwarz. Dienstag weiterhin. Angerufen. Verwirrte Kundenberaterin flucht über die Technikabteilung. Verspricht sich zu kümmern. Soll am Donnerstag anrufen. In zwischen kam eine Auftragsbestätigung. Habe jetzt zweimal das HD-Paket. Phenomenal.

Wieder angerufen. Wieder alles erklärt. Wieder die Kundennummer mit den sechs Fünfen am Anfang durchgesagt, die ich bereits dem Sprachcomputer genannt habe. »Ja, ist heute alles erledigt. Sagen Sie mir besser nicht was im Brief steht. Die Kollegen halt. Sie zahlen natürlich nur das eine Paket.« Das hochauflösende Bild ist da. Endlich.

Ergebnis: Auftragsbestätigung für die Papiertonne; 3 Euro Kulanz auf die nächste Rechnung.


Genug Kundendienst für die nächsten Monate. Bitte.

RE: Herr Morhardt sucht Arbeit

Ich suche einen neuen Job. Nach zweieinhalb Jahren als Junior Developer in einer Berliner Kommunikationsagentur ist es Zeit für neue Herausforderungen.

Mein aktueller Fokus sind Frontends, besonders für Webseiten und Portale. Ich lege Wert auf größtmögliche Kompatibilität (progressive enhancement), höchste Barrierefreiheit (BITV, WCAG, WAI-ARIA) sowie Semantik (HTML5, Microdata). Strukturiertes Arbeiten ist da extrem hilfreich, u.a. durch den Einsatz meiner Frontend-Boilerplate. Mein Werkzeugkasten besteht (aktuell) aus Grunt, Jade, Bootstrap, jQuery, LESS, CoffeeScript sowie require.js.

Aber auch im Bereich Backend bin ich aktiv und würde dieses Wissen gerne einbringen. Seit 10 Jahren arbeite ich mit WordPress (Plugin- & Theme-Entwicklung), seit über 2 Jahren mit TYPO3 (Integration von Templates sowie Entwicklung von Extbase-Fluid-Extensions) sowie vereinzelt Symfony2 und Laravel 5. Egal welches CMS oder Framework: Grundlage ist immer eine composer.json. Für WordPress und TYPO3 sind entsprechende Setups erprobt und produktiv bei vielen Kunden im Einsatz.

In meinem aktuellen Job durfte ich u.a. für ein Informationsportal der Bundesregierung, eine Universität in Berlin und eine österreichische Wissenschaftseinrichtung sowie weitere Kunden arbeiten. Nebenbei bin ich als Freelancer aktiv, unterstütze einige Open-Source-Projekten und produziere Podcasts in meiner Freizeit.

Für meinen zukünftigen Arbeitsplatz wünsche ich mir vor allem eine offene Arbeitskultur, Raum für neue Ideen und (Open-Source-)Projekte, interdisziplinäre Teams sowie einen spannenden Fokus – egal ob Agentur, Medienhaus oder Start-Up.

Ich bin ab dem 01.02.2016 frei. Suche eine Voll- oder Teilzeitstelle. Festangestellt. Interesse?


Mail: info@dennismorhardt.de
Telefon: 0176 840 25 950
GitHub: gglnx
XING: https://www.xing.com/profile/Dennis_Morhardt2

Chaos Communication Camp 2015

Zu meiner Überraschung war das Chaos Communication Camp 2015 in Mildenberg nicht nur meine erste Camping-Erfahrung seit 15 Jahren sondern auch mein erstes Festival. Über eine Woche im brandenburgischen Outback mit mehr Internet im Zelt als zu Hause.

Vielleicht hätte ich diese Woche nicht überstanden, wenn ich nicht bei den Meistern des Festival-»Glampings« in Lehre gegangen wäre. Eigentlich habe ich noch nie so gut eine Woche lang gespeist. Auch gilt mein Dank dem Online-Warenhause Amazon. Meine komplette Camping-Ausrüstung wurde pünktlich mit DHL, Hermes und DPD nach Hause, ins Büro und in die Packstation geliefert.

Ich habe trotz guter Vorbereitung (Amazon Prime und Morning-Express-Lieferung sei Dank) mir vieles vorgestellt, aber nicht das. Meine bisherigen Congress-Besuche halfen mir eher weniger auf diesem Camp.

Auf dem Congress verschwindest du irgendwann im Hotel. Eigenes Bett, eigene Dusche. Auf dem Camp hingegen muss die Scham an Tag 0 umgelegt werden. Irgendwann ist es dir auch egal, was die Leute von dir denken, wenn du in Schlafklamotten mit Handtuch, nicht wirklich wach und auch nicht wirklich gut aussehend, über die staubige Brache im Mitten des Camp-Geländes, liebevoll Mad-Max-Field genannt, schleifst, um zu den Duschen mit Wasserdruck zu gehen.

Ich bin wirklich über das Camp geschleift. Das CERT (die Menschen, die anderen Menschen medizinisch helfen) führt den Einsatz unter der Fallnummer 100. »Umgedraxelt« war die offizielle Diagnose des diensthabenden, bayerischen Arztes. Neben einem umgeknickten Fuß war ich auch wegen einem Insektenstich Innenlippe, Fallnummer 148, in Behandlung. Am selben Tag.

Aber am Ende habe ich gar nicht so viel vom Camp gesehen — ja die vielen Lichtinstallationen waren schön, ja auch der Trainquilizer war episch, ja auch das Vortrags- und Podcastprogramm war solide — am Ende war es eine wunderschöne Woche mit vielen super Menschen in Muckelhausen und allgemein auf dem Camp.

So schlimm war das Camp-Fieber nach Wiedereinkunft in Berlin, dass es mir in meiner Wohnung zu leise war. Zum Glück gibt es den #cccamp15-Generator (Marke Bredeneerd) auch zum Mitnehmen. Eigentlich schade, dass es nur alle vier Jahre stattfindet.


Ach ja: Warum Festival? Es war laut (egal wann), man war betrunken, es gab Foodtrucks, Hipster-Zigaretten, arrogante Barmenschen, die Sanitärenanlagen waren trotz Wasseranschluss kein Genuss für die Nase und dem ein oder anderen Drogenzombie musste der richtige Weg gewiesen werden. Aber immerhin viele netten Menschen.