Chaos Communication Camp 2015

Zu meiner Überraschung war das Chaos Communication Camp 2015 in Mildenberg nicht nur meine erste Camping-Erfahrung seit 15 Jahren sondern auch mein erstes Festival. Über eine Woche im brandenburgischen Outback mit mehr Internet im Zelt als zu Hause.

Vielleicht hätte ich diese Woche nicht überstanden, wenn ich nicht bei den Meistern des Festival-»Glampings« in Lehre gegangen wäre. Eigentlich habe ich noch nie so gut eine Woche lang gespeist. Auch gilt mein Dank dem Online-Warenhause Amazon. Meine komplette Camping-Ausrüstung wurde pünktlich mit DHL, Hermes und DPD nach Hause, ins Büro und in die Packstation geliefert.

Ich habe trotz guter Vorbereitung (Amazon Prime und Morning-Express-Lieferung sei Dank) mir vieles vorgestellt, aber nicht das. Meine bisherigen Congress-Besuche halfen mir eher weniger auf diesem Camp.

Auf dem Congress verschwindest du irgendwann im Hotel. Eigenes Bett, eigene Dusche. Auf dem Camp hingegen muss die Scham an Tag 0 umgelegt werden. Irgendwann ist es dir auch egal, was die Leute von dir denken, wenn du in Schlafklamotten mit Handtuch, nicht wirklich wach und auch nicht wirklich gut aussehend, über die staubige Brache im Mitten des Camp-Geländes, liebevoll Mad-Max-Field genannt, schleifst, um zu den Duschen mit Wasserdruck zu gehen.

Ich bin wirklich über das Camp geschleift. Das CERT (die Menschen, die anderen Menschen medizinisch helfen) führt den Einsatz unter der Fallnummer 100. »Umgedraxelt« war die offizielle Diagnose des diensthabenden, bayerischen Arztes. Neben einem umgeknickten Fuß war ich auch wegen einem Insektenstich Innenlippe, Fallnummer 148, in Behandlung. Am selben Tag.

Aber am Ende habe ich gar nicht so viel vom Camp gesehen — ja die vielen Lichtinstallationen waren schön, ja auch der Trainquilizer war episch, ja auch das Vortrags- und Podcastprogramm war solide — am Ende war es eine wunderschöne Woche mit vielen super Menschen in Muckelhausen und allgemein auf dem Camp.

So schlimm war das Camp-Fieber nach Wiedereinkunft in Berlin, dass es mir in meiner Wohnung zu leise war. Zum Glück gibt es den #cccamp15-Generator (Marke Bredeneerd) auch zum Mitnehmen. Eigentlich schade, dass es nur alle vier Jahre stattfindet.


Ach ja: Warum Festival? Es war laut (egal wann), man war betrunken, es gab Foodtrucks, Hipster-Zigaretten, arrogante Barmenschen, die Sanitärenanlagen waren trotz Wasseranschluss kein Genuss für die Nase und dem ein oder anderen Drogenzombie musste der richtige Weg gewiesen werden. Aber immerhin viele netten Menschen.

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